Meldung vom 13. Juli 2026
Mit großem Engagement, beeindruckender schauspielerischer Leistung und einer wichtigen Botschaft begeisterten die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufentheatergruppe „TheateronStage“ am Gymnasium Gaimersheim ihr Publikum mit dem Theaterstück „Kinder klagen an“. Das selbstgeschriebene Stück unter der Leitung von Hristina Groß war als Gerichtsverhandlung aufgebaut und stellte die Welt der Erwachsenen symbolisch vor Gericht. Dabei gelang es den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern, ernste gesellschaftliche Themen eindrucksvoll und emotional auf die Bühne zu bringen.
Bereits der Auftakt sorgte für Gänsehautmomente. In einem gemeinsamen Sprechtheater traten alle Mitwirkenden auf die Bühne und machten mit eindringlichen Texten deutlich, worum es in dem Stück gehen sollte: Kinder erheben ihre Stimme gegen Missstände, die ihre Zukunft bedrohen. Auch das Finale wurde wieder von einem gemeinsamen Sprechtheater getragen und bildete einen bewegenden Abschluss, der das Publikum zum Nachdenken anregte.
Zwischen Anfang und Ende standen vier voneinander unabhängige Gerichtsverhandlungen im Mittelpunkt, die von den beiden Richterinnen Eva Villasenor Marzal und Amelia Ulrich geleitet wurden. In jeder Verhandlung vertraten die Staatsanwälte Eva Strohschänk, David Koschdon und Anna Martinez Kossendey die Interessen der Kinder und klagten Erwachsene wegen ihres verantwortungslosen Handelns an. Der Verteidiger Mick Braun übernahm jeweils die Aufgabe, die Angeklagten zu verteidigen und ihre Sichtweise darzustellen. So entstand immer wieder aufs Neue ein spannender Schlagabtausch zwischen Anklage und Verteidigung.
Die erste Verhandlung beschäftigte sich mit der Umweltverschmutzung durch übermäßigen Autoverkehr und der Übernutzung natürlicher Ressourcen. Angeklagt waren die beiden Herren Kühne, Youssef Abu Hussein und Frederik Mantzel, denen vorgeworfen wurde, durch ihr Verhalten Umwelt und Klima zu belasten. Die Argumente beider Seiten machten deutlich, wie schwierig der Ausgleich zwischen persönlicher Freiheit und Verantwortung für die Umwelt ist.
Im zweiten Prozess stand der Streit innerhalb der Familie Erdmann, Lidia Marino, Lena Mauer, Ishika Baddam und Janneke van Woudenberg, im Fokus. Die Staatsanwaltschaft machte deutlich, dass ständige Konflikte der Eltern negative Auswirkungen auf Kinder haben können. In verschiedenen Varianten wurde dabei gezeigt, wie wichtig ein respektvoller Umgang innerhalb der Familie für die Entwicklung von Kindern ist.
Die dritte Verhandlung thematisierte die ungesunde Lebensweise vieler Erwachsener. Dabei swurden vor allem ungesundes Essen und das Rauchen in den Blick genommen. Die Anklage machte deutlich, dass Erwachsene mit ihrem Verhalten Vorbilder für Kinder sind und deshalb eine besondere Verantwortung tragen.
In der vierten und letzten Verhandlung ging es um die Zerstörung von Umweltressourcen und die Verschmutzung durch Plastik, vertreten durch Plastikspielzeughersteller Josua Arulsamy und den Plastik-Mann Gabriel Schneeberger. Hier wurde klar gemacht, welche Folgen ein sorgloser Umgang mit Plastikmüll für Natur und kommende Generationen hat.
Durchwegs überzeugend war die Leistung aller Darstellerinnen und Darsteller. Mit viel Engagement, glaubwürdigem Schauspiel und einer beachtlichen Bühnenpräsenz gelang es ihnen, die verschiedenen Rollen lebendig darzustellen. Die Gerichtsverhandlungen wirkten abwechslungsreich, regten zum Nachdenken an und zeigten unterschiedliche Sichtweisen auf die behandelten Themen.
Mit stimmungsvollen Licht- und Schatteneffekten sowie passend eingesetzten Klangelementen inklusive tollem Ton überzeugte auch wieder einmal das Schülertechnikteam unter der Leitung von Andreas Schmidt mit Unterstützung von Hausmeister Stefan Busch. Für die Bühnenbildnerei zeichnete sich das Bühnenbauteam unter der Leitung von Björn Keidel verantwortlich. Der langanhaltende Applaus des Publikums war ein verdienter Lohn für die intensive Vorbereitung und das große Engagement aller Beteiligten. Das Theaterstück „Kinder klagen an“, das die erste Regiearbeit der neuen Theaterlehrkraft Hristina Groß am Gymnasium Gaimersheim war, vermittelte auf eindrucksvolle Weise gesellschaftlich wichtige Botschaften und erinnerte daran, dass Erwachsene Verantwortung für die Zukunft der Kinder und den Erhalt der Umwelt tragen. Botschaften, über die sicherlich auch von vielen danach noch weiter nachgedacht wurde.